Unser Projekt – heimische Flusskrebse

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Die Jugendmannschaften der Spielgemeinschaft SG Blankenheimerdorf/SG Oberahr-Lommersdorf/FC DoRi führten im Frühjahr/Sommer des Jahres 2013 Kartierungen in den Fluss- und Bachsystemen der sich im Umkreis der Vereine gelegenen Gewässer durch. Dabei suchten die Kinder/Jugendlichen nach Flusskrebsen und bestimmten diese. Um eine Bestimmung zu ermöglichen, besuchten die Teilnehmer im Vorfeld eine Schulung des Edelkrebsprojekts NRW, in welcher die Thematik „Bedrohung heimischer Arten durch Neozoen am Beispiel des Edelkrebses“ und eine Artenkenntnis vermittelt wurde. Die Ergebnisse der Kartierungen wurde dann der Projektleitung des „Edelkrebsprojekts NRW“ übermittelt. Auf der Grundlage der Bestandserfassungen konnten nun – je nach Ergebnis – Maßnahmen zur Wiederansiedlung heimischer Flusskrebse vorbereitet und durchgeführt werden.

 

Der Kontakt zum Edelkrebsprojekt ergab sich aufgrund der ehrenamtlichen Tätigkeit unseres Jugendleiters, Alois Hill, für das Edelkrebsprojekt NRW. Seit 2004 arbeitet er auf ehrenamtlicher Basis für das Projekt. Zunächst beschränkte sich diese Tätigkeit auf das Kartieren heimischer Seen, indem er diese als Gerätetaucher nach Flusskrebsen absuchte und bestimmte. Seit 2007 entwickelt Alois Hill für das Projekt Unterrichtsmaterialien für den Einsatz an Schulen. Als wir von dem Projekt „footballkids for nature“ hörten, kam uns dann recht schnell der Gedanke, dass dieses Projekt doch eine sehr gute Möglichkeit darstellt, das sportliche und das okologische Engagement der Kinder und Jugendlichen miteinander zu verknüpfen. Die hohe Motivation unserer jungen Sportler bei den Kartierungen und Schulungen und der große Spaß, den sie dabei hatten, hat uns allen gezeigt, dass wir als Teamplayer nicht nur im Fußball etwas bewirken können. Die Spielgemeinschaft und das Naturschutzprojekt profitieren hier in hohem Maße voneinander.

 

Thema:

Ansiedlung heimischer Flusskrebse und deren Bedrohung durch eingebürgerte Arten

Ziel:

Bestandserfassung/Kartierung der in den Fließgewässern der Eifel vorkommenden Flusskrebspopulationen zur Vorbereitung von Wiederansiedlungsmaßnahmen.

Laufzeit des Projekts: 1. Phase: 6 Monate (Schulungen, Bestandserfassungen, Kartierungen). Bei Besatzmaßnahmen mit heimischen Flusskrebsen (Edelkrebsen) wird die Projektarbeit fortgesetzt (2. Phase/ca. 6 Monate).

 

Ablauf des Projektes

Wo wurde das Projekt durchgeführt?

Im Gemeindegebiet Blankenheim (Eifel) und den angrenzenden Kommunen
(s. Karte).

Welche Größe hatte das Projektgebiet?

ca. 125  km2

Gibt es Projektpartner?
Wie sind diese eingebunden?
Projektpartner ist das „Edelkrebsprojekt NRW“. Der Projektpartner erörterte zunächst mit den verantwortlichen Betreuern, welche Gewässer für eine Kartierung geeignet sind. Dies war vor allem wichtig, weil es in der Nordeifel bereits einige Wiederansiedlungsgebiete gibt. Eine Suchaktivität vieler Kinder/Jugendlicher in diesen Gewässern würde für die Etablierung dieser Bestände u.U. eine Gefahr darstellen. Nachdem geeignete Gewässer, deren Bestandsstatus unbekannt oder unklar ist, ausgewählt waren, erfolgte eine Schulung aller Beteiligten durch das „Edelkrebsprojekt NRW“.Auf der Grundlage der Bestandserfassungen kann der Projektpartner nun die Möglichkeit von Besatzmaßnahmen mit heimischen Flusskrebsen in Betracht ziehen.

 

Worin liegt die langfristige Wirkung des Projektes über den Förderungszeitraum hinaus?

Die beiden heimischen Flusskrebsarten Edelkrebs und Steinkrebs gelten in NRW als „vom Aussterben bedroht“ (Rote Liste NRW 2010). Dabei sind diese Arten für unsere heimischen Gewässer ökologisch von großer Bedeutung, da sie als Beutetiere, Jäger und Aasfresser (Gesundheitspolizei heimischer Gewässer) wichtige Funktionen haben.

Die größte Bedrohung dieser Arten stellt die Krebspest (eine Pilzerkrankung) dar, welche durch eingewanderte Flusskrebsarten eingeschleppt wurde und wird. Um zu entscheiden, ob eine Wiederansiedlung heimischer Flusskrebsarten in einem Gewässer erfolgreich sein kann, muss zunächst einen Risikoabschätzung vorgenommen werden, da das Gewässer bei einem Vorkommen invasiver Arten in der Regel krebspestbelastet ist. Die Bestanderfassungen stellen daher die wichtigste Grundlage für Planung eventueller Wiederansiedlungsmaßnahmen dar. Die Erkenntnisse über das Vorkommen heimischer und invasiver Flusskrebsarten liegen laut „Edelkrebsprojekt NRW“ allerdings bislang nur lückenhaft vor.